Interview Standortwechsel

„Ein Schritt in die Zukunft“

Die gwk-Geschäftsleitung im Interview über die Standortverlagerung von Kierspe nach Meinerzhagen

 

Mit dem Kauf des ehemaligen Battenfeld-Standorts in Meinerzhagen stellt die gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik die Weichen für zukunftsgerichtetes Wachstum. Im Interview begründen der geschäftsführende Gesellschafter Patrick Zeppenfeld und Geschäftsführer Helmut Gries die Beweggründe für den Schritt und erläutern, welche Vorteile das Unternehmen, die Mitarbeiter und vor allem die Kunden vom Umzug haben.

 

Herr Zeppenfeld, Herr Gries, warum zieht gwk um?

 

Patrick Zeppenfeld: Die gwk ist seit 1967 mitten in Kierspe angesiedelt. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung und des kontinuierlichen Wachstums der vergangenen Jahre bot der Standort aber keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr und platzte aus allen Nähten. Deshalb haben wir seit ungefähr drei Jahren intensiv nach Möglichkeiten gesucht, wie und wo wir expandieren können. Leider haben wir dafür in Kierspe nicht die geeigneten Objekte gefunden. Als dann gleich um die Ecke das ehemalige Battenfeld-Werk in Meinerzhagen zum Verkauf stand, haben wir zugeschlagen.

 

Helmut Gries: Unsere großen Kunden haben von uns konkrete Maßnahmen zur Begleitung ihres Wachstums gefordert. Dafür ist der neue Standort in Meinerzhagen ideal geeignet. Wir verdoppeln unsere Produktionsfläche und stellen so die Weichen für künftiges Wachstum, indem wir entsprechend der Marktbedürfnisse weiter expandieren können. Es ist also mehr als ein Umzug, nämlich ein Schritt in die Zukunft.

 

Welche Vorteile bietet der neue Standort?

 

Patrick Zeppenfeld: In erster Linie rücken wir näher an unsere Kunden, sowohl räumlich als auch technisch. Dank der zentralen Lage an der Autobahn A 45 ist der Standort ideal zu erreichen. Zudem richten wir ein hochmodernes Kundencenter ein, in dem Abmusterungen und Schulungen stattfinden werden.

 

Helmut Gries: Mit umfangreichen Investitionen bauen wir die Systemtechnik aus und führen neue Produktions- und Logistikprozesse ein – alles mit dem Ziel, unseren Kunden maximale Flexibilität dank effizientester Produktionsmethoden zu bieten. So können wir sie am besten bei ihrem Wachstum begleiten.

 

Was heißt das konkret?

 

Helmut Gries: Nun, neben der Modernisierung des Standorts, zu der wir als Anlagenbauer selbst einen erheblichen Beitrag beisteuern, haben wir neue Regeln für Materialbereitstellung, Informations- und Materialflüsse, Fertigungsprozesse, Planung und Steuerung und vieles mehr erstellt. In diesem Kontext investieren wir auch in neue Produktionsmittel. Dazu gehören eine neue, nach modernsten energetischen und ökologischen Gesichtspunkten errichtete Lackieranlage, 5-Achs-Bearbeitungszentren, eine Palettier-Maschine, eine Plasma-Schneidanlage sowie ein neues Prüfkonzept für die Qualitätssicherung. Einige der Anschaffungen wurden bereits getätigt.

 

Patrick Zeppenfeld: Wir sind bekannt als Systemanbieter mit hoher Fertigungstiefe. Uns geht es darum, in allen Produktionsbereichen im Benchmark gegen den Markt antreten können. Der Kunde bekommt aus unserem Haus immer die effizienteste Fertigungsmethode und muss weder Kostennachteile noch mangelnde Flexibilität befürchten. Der neue Standort bringt uns dieser Maxime näher, denn wir werden nur in Meinerzhagen produzieren. Also alles „Made in Germany“.

 

Battenfeld hat Meinerzhagen bereits 2006 verlassen. Wieso rückte der Standort erst jetzt in Ihr Blickfeld?

 

Patrick Zeppenfeld: Weil bislang der Automobilzulieferer Pampus Automotive in dem Werk angesiedelt war und Anfang 2013 seinen Sitz ins Ausland verlagert hat. Ende des Jahres standen die 13 Hallen dann zum Verkauf. Davon haben wir Kenntnis erhalten, uns mit dem Thema beschäftigt und nach umfangreichen Untersuchungen festgestellt: Es passt perfekt. Die geraden, großen, langen Hallen sowie die dazugehörigen Büro- und Verwaltungsgebäude entsprechen unseren Plänen. Zudem ist das Objekt üppig mit allen notwendigen Versorgungsmedien ausgestattet und verfügt über Kräne in Hülle und Fülle mit sehr hoher Traglast. Auch Battenfeld hat dort mit einer hohen Fertigungstiefe produziert. Das kommt uns natürlich entgegen.

 

Was bedeutet der Umzug für die rund 400 gwk-Beschäftigten?

 

Helmut Gries: Zunächst einmal eine Investition in die Zukunft, verbunden mit einem tief greifenden Veränderungsprozess, vom dem alle Mitarbeiter betroffen sind. Wir verlassen eine vertraute Umgebung mit eingespielten Prozessen und richten uns in einem neuen Umfeld nach zukunftsorientierten Gesichtspunkten völlig neu ein. Das erfordert von jedem die Bereitschaft zur Veränderung, hohe Flexibilität und verursacht viel Arbeit, denn die Organisation eines solchen Projekts ist natürlich eine Mammut-Aufgabe. Wir haben ein Projektteam eingerichtet, das die Verlagerung und die gleichzeitige Veränderung der Prozesse koordiniert. Von den besseren Arbeitsbedingungen am neuen Standort werden dann alle Mitarbeiter profitieren. Und da viele unserer Leute nicht direkt aus Kierspe kommen, hat die Mehrzahl einen kürzeren Arbeitsweg.

 

Wie geht das Projekt Umzug über die Bühne?

 

Patrick Zeppenfeld: Die Produktion wird schrittweise verlagert, einige Mitarbeiter sind schon in Meinerzhagen. Die Verwaltung zieht schließlich in einem Rutsch Mitte Juni um. Unsere oberste Priorität ist es, dass die Liefertermine und der Kundenservice nicht vom Umzug beeinträchtigt werden. Mit einem Kunden- und Lieferantentag werden wir den neuen Standort dann der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.

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